Risikokategorien: was der in einem Rückruf genannte Grund bedeutet

Jede Rückrufmeldung nennt einen Grund. Es handelt sich nicht um freien Text: Die Behörden wählen aus einer standardisierten Liste von Kategorien. Im Folgenden erklären wir, was die einzelnen Kategorien bedeuten und welche am häufigsten vorkommen.

Die häufigsten Kategorien in der Europäischen Union

Nach den amtlichen Zahlen des Safety Gate für 2024 waren die drei auf Unionsebene am häufigsten gemeldeten Risikokategorien:

  • Chemisches Risiko, bei 49 % der Meldungen
  • Verletzungen, bei 14 %
  • Umwelt, bei 8 %

Damit betrifft fast die Hälfte der Meldungen in der Union einen chemischen Stoff und keinen mechanischen Defekt.

Die drei Produktkategorien mit den meisten Meldungen waren Kosmetik mit 36 %, Spielzeug mit 15 % und Elektrogeräte mit 10 %.

Was die einzelnen Kategorien bedeuten

Chemisches Risiko. Das Produkt enthält einen Stoff oberhalb des zulässigen Grenzwerts oder einen Stoff, der überhaupt nicht zugelassen ist. Es tritt häufig bei Kosmetik, Schmuck und Spielzeug auf.

Verletzungen. Diese Kategorie umfasst mechanische Ursachen: Bruch, scharfe Kanten, Instabilität, sich lösende Teile.

Verschlucken eines Kleinteils. Betrifft Teile, die sich lösen und verschluckt werden können. Sie gehört bei Spielzeug zu den häufigsten Kategorien.

Strangulation. Betrifft Kordeln, Bänder und Riemen, vor allem bei Kinderbekleidung und Babyartikeln.

Ersticken. Unterscheidet sich vom Verschlucken: Betroffen ist die Behinderung der Atmung, etwa durch eine Folie oder ein weiches Material.

Stromschlag. Unzureichende Isolierung, zugängliche spannungsführende Teile, fehlerhafte Erdung.

Verbrennungen und Brand. Überhitzung, Entzündung, Materialien, die der Betriebstemperatur nicht standhalten.

Schädigung von Gehör oder Sehvermögen. Tritt bei Spielzeug mit Ton und bei Produkten mit Lichtquelle auf, etwa Lasern.

Umwelt. Das Produkt enthält Stoffe, die bei der Entsorgung oder beim Austritt in die Umwelt ein Risiko darstellen.

Elektromagnetische Störung. Das Produkt stört den Betrieb anderer Geräte.

Das Bild verschiebt sich von Land zu Land

Dieselben Zahlen zeigen, dass sich die Zusammensetzung je Staat deutlich unterscheidet, weil sich auch unterscheidet, was geprüft wird.

In Deutschland waren die am häufigsten gemeldeten Produktkategorien Fahrzeuge mit 50 %, Spielzeug mit 15 % und Schmuck mit 7 %. Die häufigsten Risiken waren Verletzungen mit 46 %, chemisches Risiko mit 26 % und Brand mit 17 %.

In Zypern waren die häufigsten Kategorien Spielzeug mit 39 %, Bekleidung und Modeartikel mit 29 % und Hobby- und Sportausrüstung mit 17 %. Die häufigsten Risiken waren chemisches Risiko mit 33 %, Verletzungen mit 27 % und Verschlucken mit 17 %.

Der Vergleich mit den Unionszahlen zeigt, warum eine einzelne Statistik nicht genügt: Auf Unionsebene steht das chemische Risiko an erster Stelle, in Deutschland stehen die Verletzungen an erster Stelle. Für die übrigen Mitgliedstaaten veröffentlicht die Kommission dieselbe Aufschlüsselung im Jahresbericht des Safety Gate.

Was in diesen Kategorien nicht enthalten ist

Die genannten Kategorien gehören zum Safety Gate, also zu Produkten, die keine Lebensmittel sind. Mikrobiologische Risiken, Allergene und Fremdkörper in Lebensmitteln werden über das RASFF gemeldet und haben eine eigene Terminologie.

Quellen

Dieser Text erläutert, was amtliche Bekanntmachungen und die zugehörigen Dokumente aussagen. Er ist keine Rechtsberatung und bewertet keine Einzelfälle.